Stilvorlagen #9

In der Startphase der Vortragsreihe Stilvorlagen 2015 habe ich mich mit Prof. Heike Grebin und ihren Student_innen in drei Workshops getroffen, um Ideen und Konzepte für das Erscheinungsbild zu entwickeln. Das Thema für die diesjährigen Vorträge war „Umbruch“ und stellte die Frage nach der Rolle des Gestalters in Zeiten von Digitalisierung, Automatisierung und Internet.

Zum Start für die Ideenfindung stellten wir ein Tool in den Mittelpunkt, das sowohl von Software-Entwickler_innen als auch Gestalter_innen regelmäßig verwendet wird: der simple Texteditor. Wie gehe ich mit dieser Einschränkung um, was entsteht wenn ich meine gewohnten Werkzeuge nicht zur Verfügung habe, wie kann ich diese Toolz zweckentfremden und wie kann ich meine Ideen weiterentwickeln?

Die Ordnung der Dinge

So hieß ein Kurs im Wintersemester 14/15 am Department Design der HAW Hamburg und bezog sich auf das gleichnamige Buch von Michel Foucault. Das Ziel war, mehr darüber zu erfahren, wie sich Informationen strukturieren und typografisch präzise abbilden lassen. Während des Semester habe ich die Studentinnen und Studenten bei ihren Recherchen und der Entwicklung ihrer Projektideen begleitet. Der Kurs wurde von Prof. Heike Grebin geleitet. Für die studentischen Projekte lag der inhaltliche Fokus auf dem Gebäude der ehemaligen Viktoria-Kaserne in Hamburg Altona. Das Haus wird heute selbstverwaltet und beherbergt Büros, Ateliers und Werkstätten. Betrieben wird es von der Genossenschaft fux eG, ein Zusammenschluss von Frappant e.V. und LUX & Konsorten. Während des Semesters konnte die Genossenschaft den Kaufvertrag mit der Stadt unterschreiben.

In ihren Arbeiten haben die Studentinnen und Studenten verschiedene Fragen beleuchtet: Wie ist die Geschichte des Gebäudes und der darin arbeitenden Nutzer? Wie funktionieren selbstverwaltete Strukturen? Wie schaffen es 150 Leute gemeinsam so ein Gebäude zu kaufen? Der Kurs endete mit einer Ausstellung der Semesterarbeiten in den Räumen der ehemaligen Kaserne.

Deadline

Im Sommersemester 2014 hatte ich einen Lehrauftrag am Department Design der HAW Hamburg. Der Titel des Design-Kurses lautete »Deadline« und diente sowohl als formeller als auch inhaltlicher Ausgangspunkt. Der Kurs bestand aus drei fünfwöchigen Abschnitten, die jeweils von einem Lehrbeauftragten geleitet wurden. Die anderen im Bunde waren Stefan Kaetz und I LIKE BIRDS. Die sportliche Herausforderung für alle: Am Ende eines Drittels sollten die Studentinnen und Studenten jeweils eine eigene Arbeit präsentieren.
Meine Aufgabenstellung für die KursteilnehmerInnen sah so aus: eine Infografik auf einem A1-Plakat, schwarz-weiß plus eine Farbe, zum Thema »Deadline«. Der erste Schwerpunkt war, sich der Aufgabe auf inhaltlichem Wege zu nähern. Brainstorming, Recherche und Diskussion. Der zweite Schwerpunkt war ein Einblick in das weite Feld der Daten-Visualisierung, Infografik und »Datenkunst« zu erhalten. Darstellungsformen, Ansätze unterschiedlicher Akteure, Informationen organisieren.
Um die Entwicklung der einzelnen Arbeiten zu verfolgen und von einander zu lernen, verbrachten wir die zweite Hälfte meines Drittels mit Feedback-Gesprächen in kleineren Runden und in Einzelgesprächen. Die Deadline endete mit einer tollen Präsentation der Plakate. Die Studentinnen und Studenten haben in den fünf Wochen, ein eigenes Thema gefunden, dazu recherchiert, daraus eine Idee entwickelt, Entwürfe gemacht, diese ausgearbeitet und dann den aktuellen Stand drucken lassen.

Stil, System, Methode

Die Theorien und Arbeiten von Richard Buckminster Fuller und John Cage waren Inhalt eines Design-Kurses an der HAW Hamburg. Für die zweite Kurshälfte hatte ich einen ergänzenden Lehrauftrag. Der Kurs mit diesem schönen Titel wurde im Wintersemester 2013/2014 von Prof. Heike Grebin und Dr. Timo Orgzal geleitet. Dabei war es meine Aufgabe, den Studentinnen und Studenten Einblicke in die Möglichkeiten der Programmiersprache Processing und des Scriptings in Adobe InDesign zu geben. Hinzu kam die Unterstützung bei der Umsetzung ihrer Projekte.
Der Kurs endete mit einer Ausstellung im Island. Das Beitragsbild dieses Artikels ist ein Ausschnitt aus dem Ausstellungsflyer, gestaltet von TeilnehmerInnen des Kurses.